Das D.I.B.-Glas

Wer seinen Honig schon im Supermarkt gekauft hat, dem wird aufgefallen sein, dass in der Präsentation des Honigs erhebliche Unterschiede bestehen. Hierzu gehört vor allem das Honigglas, das unterschiedliche Formen annehmen kann.

Das D.I.B-Glas (Deutscher Imkerbund-Glas hebt sich hier deutlich ab und wirbt gezielt auf dem Etikett mit „Echter deutscher Honig“. Es wird seit 1925 in der weitgehend gleichen Aufmachung verwendet und ist gesetzlich geschützt. Nun ist Honig aus dem Ausland nicht per se schlechter als deutscher Honig. Allerdings ist es für die Verbraucherentscheidung nützlich, die Unterschiede zu kennen, die mit dem Qualitätsmerkmal „Echter deutscher Honig“ verbunden sind.

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Es ist zunächst einmal die Aufmachung, die ganz bewusst auch auf den Inhalt des Honigs schließen lässt. Während Honige in anderen Gläsern und Aufmachungen oft Mischungen aus EU- und Nicht-EU-Ländern sind (achten Sie doch einmal bewusst auf das Etikett und die Herkunft), wird im D.I.B-Glas garantiert, dass es sich um Honig aus Deutschland handelt, der auch nicht mit anderen nicht-deutschen Honigen vermischt wurde.

Kann man als Verbraucher importierten Honig erkennen? Soweit es nicht auf dem Etikett gekennzeichnet ist, leider nicht. Das gelingt dann nur einem Kontrolllabor.

Bei der Gewinnung bzw. Schleuderung des Honigs wird der Honig direkt aus der Schleuder über einen Sieb in das Lagergefäß geleitet. Man spricht deshalb auch davon, dass der Honig gesiebt und nicht gefiltert ist. Das ist ein wesentlicher Unterschied, da bei einer Filterung die Pollen aus dem Honig weg-gefiltert würden und so ein Nachweis bei Kontrollen nicht mehr gewährleistet wäre. Deshalb ist Honig aus Deutschland auch aufgrund der Pollen bei Kontrollen als solcher identifizierbar und sogar bis auf die Region zurückverfolgbar.

Daneben gibt es noch weitere wichtige Qualitätsmerkmale, die Eingang im D.I.B-Glas finden:

  • Während die deutsche Honigverordnung max. 20% Wasseranteil beim Honig zulässt, sind es im D.I.B-Glas nur 18% (Ausnahme bildet hier nur der Heidehonig). Ein niedrigerer Wassergehalt ist wichtig, damit die Vermehrung von Hefen verhindert und die Bewahrung des Aromas sichergestellt wird. Die Gärfähigkeit des Honigs wird z.B. bei der Herstellung von Honig-Met gezielt genutzt. Hier wird Honig mit Wasser vermengt und Hefe zugesetzt, wodurch Alkohol durch die einsetzende Gärung entsteht. Im Honigglas haben Hefen aber nichts verloren! Deshalb sollte man das Honigglas auch immer gut verschließen, da Honig hygroskopisch ist, also Wasser anzieht.
  • Honig muss naturbelassen sein und darf nicht erhitzt werden. Indikator für die Naturbelassenheit ist die sogenante Invertasetätigkeit, die ein wichtiger Faktor bei der Erkennung von Wärme- und Lagereinflüssen ist. (Auch der Verbraucher sollte darauf achten, den Honig nicht zu „erhitzen“, sondern zu erwärmen bzw. -im Sprachgebrauch des Imkers- zu „schmelzen“; das gelingt bei kristallisiertem Honig am besten bis ca. 38 Grad Celsius im Wasserbad -niemals Mikrowelle!- bei verschlossenem Glas).
  • In die selbe Richtung geht der sogenannte HMF-Gehalt, der maximal 15mg pro kg Honig aufweisen darf. Der Hydroxymethylfurfural-Gehalt (HMF-Gehalt) ist ebenfalls ein Messkriterium für Behandlungs- und Lagerungsfehler. Die deutsche Honigverordnung lässt hier einen höheren Wert von 40 mg pro kg Honig zu. Je niedriger der HMF-Gehalt, umso besser also die Qualität.
  • Wenn die Bienen mit ausländischem Honig gefüttert wurden, darf man nicht mehr die Verwendung „Echter Deutscher Honig“ verwenden und eine Abfüllung in das D.I.B-Glas ist somit ausgeschlossen. (Für die Winterfütterung verwenden wir z.B. nur deutschen Invertzuckersirup aus Frucht- und Traubenzucker, der zudem auch besser von den Bienen verdaut werden kann).

Neben diesen wichtigsten Kritierien gib es noch viele weitere Merkmale, die ein Honig erfüllen muss, damit er in das D.I.B-Glass gelangen kann. Der Imker muss beispielsweise mit zertifizierten „Honigschulungen“ dokumentieren, dass er Kenntnisse über die Produktion, Verarbeitung, Lagerung, Lebensmittelgesetzgebung und Vermarktung besitzt. Nur dann erhält er direkt vom D.I.B. auch entsprechend nummerierte Etiketten mit fortlaufender Kontrollnummer. Diese Kontrollnummer garantiert dem Verbraucher stets die Rückverfolgbarkeit zum produzierenden Imker.

Regelmäßige Kontrollen durch den D.I.B gewährleisten, dass der Imker die geforderten Qualitätskriterien einhält und sorgfältig mit dem Lebensmittel Honig umgeht.

Das D.IB.-Glas ist ein Pfandglas und wird vom Imker wieder zurückgenommen. In der Regel erhalten Sie hierfür 50 Cent zurückerstattet.